Rituale für die Freie Trauung


 

Ringe wandern lassen:

Ein Band wird durch die Reihen der Gäste gegeben.

Vor dem Eheversprechen werden die Ringe auf das Band gezogen und können so von Gast zu Gast wandern.

Jeder Gast hält sie kurz und spricht seinen Wunsch oder Segen für das Paar in die Ringe (senden sozusagen in Gedanken gute Wünsche für das Brautpaar an die Ringe).

Am Ende gelangen sie beim Brautpaar an und enthalten die Wünsche der Gäste.

 

Das Sandritual:

Das Sand-Ritual bietet eine wunderbare Möglichkeit um in der freien Trauzeremonie die Vereinigung des Brautpaares

darzustellen.

Ihr benötigt dafür:

Ein großes Glasgefäß, zwei kleine Gefäße, verschieden farbigen Deko-Sand und ein bisschen Hintergrundmusik für die Untermalung des Rituals. Die verschiedenen Farben des Sands symbolisieren jeweils einen der beiden Partner und dessen Individualität.

Das Hochzeitspaar lässt den Sand (jeder jeweils seine Farbe) im eigenen Tempo ineinander fließen.

Dabei entsteht ein ganz individuelles einzigartiges Kunstwerk, das durch das Zusammenspiel beider Farben erst entstehen kann. Wie die einzelnen Sandkörner, die zusammengegossen werden, kann auch das Brautpaar nichts mehr trennen.

Zugleich sind aber beide Farben noch voneinander unterscheidbar.

Denn auch in der engen Vereinigung der Ehe verschmilzt man ja nicht mit dem Partner, sondern behält auch weiterhin seine Individualität!

 

Dieses kleine Kunstwerk ist ein wunderbares Andenken, welches das Brautpaar mit nach Hause nimmt und so immer wieder daran erinnert wird, dass auch in der Ehe die Kunst darin besteht die ganz individuellen Eigenschaften beider Partner geduldig ineinander fließen und sich vermischen zu lassen – ohne sich selbst dabei aufzugeben!

 

Wann wird die Sandzeremonie durchgeführt?

Laut amerikanischem Vorbild, wird die Sandzeremonie nach dem Ja-Wort und dem Anstecken der Ringe durchgeführt. Allerdings ist dies natürlich kein Muss, bzw. auch abhängig von der individuellen Trauung des Brautpaares.

 

Optional kann man auch die Gäste mit einbeziehen.

Diese erhalten entweder eine dritte “neutrale” Farbe oder erhalten je nach “Zugehörigkeit” die Farbe der Braut, bzw. des Bräutigams. Die Gäste können nun mit ihren kleinen Mengen Sand (z.B. in einem Reagenz- oder Schnapsglas) den Boden des Gefäßes bestreuen, sozusagen die Basis legen für das Zusammenspiel des Brautpaares.

 

So wird die Sandzeremonie noch individueller...

  • Das Gefäß, welches bei der Sandzeremonie von Braut und Bräutigam befüllt wird, kann vorab mit einer persönlichen Gravur oder Beschriftung verziert werden. Hier bieten sich natürlich die Namen der Liebenden und das Hochzeitsdatum an.

 

  • Die beiden Sandtöne, die Braut und Bräutigam in das Gefäß rieseln lassen, können auf das Farbkonzept der Hochzeit abgestimmt werden, sodass ein vollends stimmiges Bild entsteht.

 

  • Sollte einer oder beide Partner aus einer Küstenregion stammen, oder Braut und Bräutigam verbindet die Liebe zu einem bestimmten Reiseziel, aus welchem sie sich bereits Sand mitgebracht haben, so kann auch dieser verwendet werden.

 

Traukerze mit oder ohne Gedicht:

Die Trauzeugin bringt eine Kerze nach vorn, zündet sie an und der Redner oder ein Trauzeuge liest ein Gedicht.Oftmals wird diese auch gerne von den Paaren selbst entzündet und Verwandte/ Trauzeugen oder die Rednerin ließt das Gedicht.

 

Bäumchen pflanzen:

Ein Bäumchen wird symbolisch während der Zeremonie gepflanzt und sollte dann an einem besonderen Ort in die Erde gesetzt werden.

 

Das Steinritual

Dabei haben die Gäste die Möglichkeit ihre guten Wünsche für das Paar auf Steinen festzuhalten. So ist jeder Anwesende in die Zeremonie einbezogen, ohne dass er etwas sagen muss. Mit nur einem oder zwei Worten kann jeder Gast dem Hochzeitspaar seine Wünsche für die Ewigkeit auf einem Stein festhalten. Die eingesammelten Steine sind natürlich auch ein wundervolles Erinnerungsstück. Und auch während der Trauung sind die Steine ein wunderbarer Tischschmuck.

 

Die Brautbecher-Legende

 

Ein alter Hochzeitsbrauch besagt, dass Braut und Bräutigam bei ihrer Hochzeit gemeinsam aus einem Becher trinken. Dieses Trinken aus dem sogenannten Brautbecher soll dem Brautpaar traditionell Glück versprechen. Ich habe mich für Sie erkundigt, welche Geschichte hinter dieser alten Tradition bei der Hochzeit steht.

 

Die Geschichte der Kunigunde

 

Ein einflussreicher Edelmann hatte einst eine wunderschöne Tochter. Kunigunde, so hieß das schöne Kind, liebte einen jungen Goldschmied ohne das Wissen ihres Vaters.

 

Unter all den zahlreichen standesgemäßen Freiern gab es keinen, der sie die Liebe zu dem jungen Goldschmied vergessen ließ. Schließlich offenbarte sie sich ihrem mächtigen Vater, der vor Zorn bebte und den jungen Mann sofort einkerkern ließ.

 

Kunigunde aber wurde vor Liebeskummer krank und so schlug der Vater ihr folgendes vor: „Wenn dein Goldschmied einen Becher schmieden kann, aus dem zwei zur gleichen Zeit trinken können, ohne einen Tropfen zu verschütten, sollst du ihn zum Manne haben.“

Insgeheim war er davon überzeugt, dass der junge Mann dieser Aufgabe nicht gewachsen sein und Kunigunde sodann von ihm ablassen würde. Doch er rechnete nicht mit dem Ehrgeiz und Einfallsreichtum des jungen Mannes, der durch die Liebe beflügelt in nur wenigen Tagen einen wunderbaren Rock als Brautbecher formte, wie ihn vorher noch keiner gesehen hatte.

Auf den Becher modellierte er den Rumpf seiner schönen Geliebten, die mit erhobenen Händen einen kleineren, beweglichen Becher hielt.

So war es für die beiden Liebenden ein Leichtes, gleichzeitig aus dem Becher zu trinken, ohne auch nur einen Tropfen zu vergießen. Der Edelmann musste sein Wort einlösen und seinen Segen zur Hochzeit von Kunigunde und dem jungen Goldschmied geben. Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

 

Seit dieser Zeit ist der Brautbecher ein Symbol für die Liebe, Treue und Hoffnung auf das große Glück, wenn ein Paar bei seiner Hochzeit aus diesem Becher trinkt.

 

Der Brauch des Brautbechers heute:

Den großen Becher mit der Öffnung nach oben halten, damit der kleine Becher mit dessen Öffnung ebenfalls nach oben frei schwingen kann. Nun können beide Becher gefüllt werden. Der Bräutigam trinkt aus dem großen Becher und die ihm gegenüberstehende Braut trinkt aus dem kleinen.

 

ODER : Vereinfachte Form dieses Rituales:

Nach dem Ringtausch stoßen Braut und Bräutigam mit 2 Weinkelchen aus Zinn auf Ihre Ehe an.

( Weinkleche siehe Foto - Menuepunkt - Alles für die Zeremonie)

 

Brot brechen:

Traditioneller Ritus um ein neues Familienmitglied in der Familie willkommen zu heißen.

Jeweils ein Vertreter der Schwiegerfamilie kommt mit einem Tablett mit Brot und Wasser zum Brautpaar. Das Brot wird gebrochen und gegessen und es wird ein Schluck Wasser getrunken. Somit ist der jeweilige Partner nun Teil der Familie des anderen.

 

Rosenblätter/Seifenblasen:

Beim Auszug streuen die Kinder oder Trauzeugen Rosenblätter. Die modernere Version sieht ein Spalier der Gäste vor mit Seifenblasenflaschen in der Hand, welche dann auf das Paar regnen.

 

Herzpuzzle:

Eine sehr schöne Variante um die Gäste während oder nach der Zeremonie mit einzubinden, ist z.B. auch das Herzpuzzle. Es beginnt mit dem Verteilen der einzelnen Puzzleteile auf den Stühlen.

Innerhalb der Zeremonie bekommen die Gäste Gelegenheit ihr Puzzlestück zu beschriften, zu bemalen, oder irgendwie sonst ihre Wünsche und Gedanken für das Brautpaar darauf zu festzuhalten.

 

Im Anschluss an die Zeremonie haben die Gäste dann beim Sektempfang noch gut zu tun, wenn Sie das Puzzle zusammensetzen und entdecken, wie sich die einzelnen Teile mit ihren ganz unterschiedlichen Botschaften zu einem großen Ganzen fügen.

 

Noch ein wichtiger Hinweis: Die Teile erst auf die Unterlage kleben, wenn das Puzzle komplett zusammengesetzt ist!

Denn wenn eine Lücke zu klein ist oder irgendein Puzzleteil nicht ganz exakt aufgeklebt ist, wird es schwierig bis unmöglich das Puzzle zu vollenden. Das fertige Puzzle ist ein wunderschönes Andenken an die Zeremonie und all die Menschen, die diesen Tag mit Ihnen verbracht haben.

 

Der Schutzkreis

Die Gäste bilden in einem besonders wichtigen Moment der Zeremonie einen Kreis um das Brautpaar, um zu verdeutlichen, dass es Teil einer Gemeinschaft ist und als Ehepaar von Familie und Freunden beschützt wird.

 

Hochzeitsschatzkiste

In einer Schatzkiste oder einem Koffer können Dinge der Zeremonie als Andenken aufbewahrt werden, die nicht in ein Album passen, wie Kerze oder Brautbecher, die Gelübde des Brautpaares oder ein Teil der Dekoration.

 

Feuerritual

Stimmungsvoll ist auch eine Feuerschale, in der die Gelübde und guten Wünsche der Familien verbrannt werden.

Die Gäste können gute Wünsche auf einem Zettel notieren und diese während der Zeremonie in eine Schale mit einem Feuer geben. Der Wunsch steigt dann als Rauch in den Himmel. Wenn Sie einige Kräuterzweige mit ins Feuer geben, erzeugen Sie auch gleich noch einen angenehmen Duft während dieses Rituals.

 

In Japan glaubt man, dass sich durch den Rauch die sichtbare und unsichtbare Welt miteinander verbinden und Wünsche in Erfüllung gehen.

 

Gedenkmoment für Verstorbene und Abwesende

Dezente Möglichkeiten, der Lieben zu gedenken, die am großen Tag nicht dabei sein können, sind zum Beispiel eine einzelne dunkle Blume im Brautstrauß oder ein Foto in einem Medaillon, das in den Strauß eingearbeitet oder auf den Unterrock genäht wird.

 

Handfasting

Bei diesem keltischen Brauch werden die Hände von Braut und Bräutigam mit einem Tuch verbunden. Etwas Ähnliches, aber mit anderer Bedeutung, gibt es in der türkischen Kultur. Wird ein Faden, der die Hände verbindet, durchgeschnitten, gilt das Paar als verheiratet.

 

Hochzeitsglöckchen

Steht der große Kuss-Moment des Brautpaares an, läuten alle Gäste mit kleinen Glöckchen, den sogenannten Wedding Bells, das Glück herbei und einen neuen Lebensabschnitt ein. Es entsteht ein zarter, poetischer Klang mit Gänsehaut-Potenzial.

 

Jumping the broom

Man schmückt einen Reisigbesen in den Farben der Hochzeit oder behängt ihn mit Symbolen, die das Brautpaar mit Glück verbindet. Nach der Trauung fassen sich beide an der Hand und hüpfen über den am Boden liegenden Besen. Das sorgt für einen schwungvollen Abschluss und tolle Fotos für Danksagungskarten.

 

Knotenzeremonie

Bei der Knotenzeremonie werden die Hände des Brautpaares von Ihrem Trauredner durch ein Seil miteinander verbunden und mit Wünschen „gesegnet“.

 

Grundstein legen

Braut und Bräutigam können Ihre Hände in Lehmplatten pressen, die später als Grundstein für das gemeinsame Haus oder als schmückendes Element auf der Terrasse oder der ersten Stufe zur Haustür genutzt werden können.